Aussteiger aus der Rechten Szene in der Realschule Calberlah

Impulsvortrag von Philip Schlaffer begeistert Schülerinnen und Schüler 

Einen Vortrag der besonderen Art erlebten mehr als 200 Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen der Realschule Calberlah am 19. August. Über drei Stunden sprach der ehemalige gewalttätige Neonazi, Gründer einer rechtsradikalen Kameradschaft und Anführer eines Rockerclubs, Philip Schlaffer, eindrucksvoll über seinen Werdegang, seine Radikalisierung und den Ausstieg aus der extremistischen Szene.

 „Immer häufiger werden in den Schulen, auf Spielplätzen oder auf dem Jugendplatz rechtsextreme Sticker geklebt“ weiß Sina Potratz als Mitarbeiterin der Jugendförderung der Samtgemeinde Isenbüttel. „Darüber hinaus werden die Jugendlichen heutzutage in den Sozialen Medien wie Instagram und TikTok tagtäglich mit extremistischen Inhalten konfrontiert. Deswegen ist es notwendig, präventiv zu handeln.“, so Potratz weiter. Aus diesem Grund organisierte die Jugendförderung der Samtgemeinde Isenbüttel in Kooperation mit der Realschule Calberlah den Vortrag mit dem aus Fernsehen und Sozialen Medien bekannten Aussteiger.

Philip Schlaffer nahm die Zuhörenden mit auf eine bewegende Reise durch sein früheres Leben, in dem Hass, Gewalt und Kriminalität seinen Alltag bestimmten.

Eindrucksvoll machte er immer wieder deutlich, welche zerstörerischen Konsequenzen kriminelle Machenschaften und extremistisches Gedankengut haben. Die Jugendlichen waren sehr beeindruckt, wie offen er über seine Fehler sprach. Die schonungslose Reflexion seiner Vergangenheit hinterließ nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, sondern auch bei den Lehrerinnen und Lehrern und den Mitarbeitenden der Jugendförderung einen tiefen Eindruck. Darüber hinaus warnte er eindringlich vor den Gefahren extremistischer Ideologien, mit denen die Jugendlichen tagtäglich in Berührung kommen. Der Vortrag zielte darauf ab, Aufklärung zu betreiben und die Jugendlichen für die Gefahren extremistischer Meinungsmache zu sensibilisieren.

Nachdem Philip Schlaffer seinen Ausstieg geschafft hatte, beschloss er, sein altes Leben hinter sich zu lassen und setzt sich seitdem gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ein. Er absolvierte eine Ausbildung als Anti-Gewalt- und Deradikalisierungstrainer und setzt sich unter anderem im Rahmen von Schulvorträgen gegen Rechtsextremismus ein.

Während des Vortrags und im Anschluss hatten die Jugendlichen die Chance, Fragen zu stellen - eine Möglichkeit, die sie intensiv nutzten. Beispielsweise wurde nach seinen rechtsradikalen Tattoos gefragt oder ob Schlaffer aktuell mit Bedrohungen konfrontiert sei.

(Bild: Realschule Calberlah)